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Grafik-Designerin Valeska Scholz möchte Betrachter zum Schmunzeln anregen / „Bremer Quatsch-Mach-Buch“

– 19.12.2011

Aus den Bildern und Illustrationen von Valeska Scholz blitzt ein Augenzwinkern hervor. Die fantasievolle Grafik-Designerin möchte immer „ein bisschen frecher sein“, um den Betrachter zum Schmunzeln und einfach mehr Spaß ins Leben zu bringen. Ihr jüngstes Projekt ist das „Bremer Quatsch-Mach-Buch“.

Von Ulrike Troue

Findorff·Neustadt. Erfrischend frech kommt es daher, das „Bremer „Quatsch-Mach-Buch“. Es ist das jüngste fertiggestellte Projekt von Valeska Scholz. „Ich möchte, dass die Menschen wieder das Freche und Spaßige im Alltag entdecken“, sagt die Illustratorin, die selber gerne und viel lacht. Der agilen Grafik-Designerin sitzt der Schalk im Nacken. Wenn sie von ihren bisherigen Projekten und Jobs erzählt, fällt der 30-Jährigen ständig noch wieder etwas ein, zum Beispiel ihre Stempelkollektion oder das märchenhafte Krähenbuch „Die verwetteten Federn“.

„Ich bin immer wieder fasziniert, dass ich mit Stift und Papier neue Welten schaffen kann“, bemerkt sie fast beiläufig beim Kramen nach entsprechenden Beispielzeichnungen in den Schubladen ihres Findorffer Ateliers. In dem lichtdurchfluteten Raum entstehen mit Bleistift, in Aquarell- oder Acryltechnik Hingucker.

Die gelingen Valeska Scholz durch ihre einfach gehaltenen und an der Realität orientierten Zeichnungen von Figuren und Tieren, die sie in einen völlig anderen Zusammenhang setzt. Zum Beispiel ein Fuchs, der vor der Gans kniet und sie anhimmelt – ein Postkartenmotiv für das Fremdsprachenzentrum der Hochschulen im Land Bremen. Deren Werbekampagne durfte sie 2006 als Wettbewerbsgewinnerin umsetzen. Auch ein Logo, Plakate, Stempel und Postkarten hat die 30-Jährige dafür entworfen, die auf vergnügliche Weise zeigen, wie Sprache Brücken baut.

„Ideen sammle ich durch Beobachten und Herumexperimentieren“, sagt Valeska Scholz. „Und wenn ich eine neue Figur entwickle, beschäftige ich mich sehr mit dem Wesen und Charakter“, fährt die Grafik-Designerin fort, die in der Bremer Neustadt lebt. „Und ehrlich gesagt, ich brauche auf jeden Fall Vorlagen“, fügt sie hinzu. Bilder aus dem Internet, Tierbücher und die Welt um sich herum studiert Valeska Scholz genau. Ihre Fantasiefiguren sollen hohen Wiedererkennungswert haben und doch auf den ersten Blick ein bisschen ungewohnt, verrückt wirken. Immer schwingt ein Augenzwinkern mit.

Hinter diesem Ansatz stecken viel Ehrgeiz und ein hoher Anspruch. Beides bejaht Valeska Scholz. Sie erstellt immer einen Projektplan. Überdies beherrscht sie ihr Handwerk. Scholz hat von 2002 bis 2008 an der Hochschule für Künste in Bremen studiert und danach ein halbjähriges Praktikum bei einer Hamburger Grafikagentur absolviert. Schon im Studium hat sie viel Illustration gemacht und Corporate-Design-Kurse belegt. „Da hat dann der Rechner immer mehr Macht ergriffen“, berichtet sie. Die Erfahrungen und Kontakte ermutigten sie dann zur Selbstständigkeit. „Ich finde es interessant, mich mit Dingen zu befassen, in die ich mich einarbeiten und wo ich mir etwas anlesen muss“, bekennt die 30-Jährige. „Meine Entdeckerfreude ist ganz groß und noch da“, versichert sie. Solche Vorbereitung stachelt ihren Ehrgeiz an. In der Vielfalt liegt für die 30-Jährige der Reiz ihrer Arbeit.

Valeska Scholz war beim Logo-Entwurf für eine Softwarefirma anders gefordert als beim Konzept und bei der Umsetzung der Werbekampagne fürs Duschen der Bremer Bädergesellschaft. Dafür hat sie mit einer Freundin Plakate, Buttons, Postkarten und Abziehfiguren entwickelt, die nun in Lebensgröße in elf Bremer Bädern auf den Fliesen kleben.

Neugierig geblieben

Die gertenschlanke Grafik-Designerin hat sich unbändige Neugier bewahrt. „Ich fand es schon als Kind toll, etwas zu entdecken“, erzählt die 1980 in Hannover geborene Illustratorin. Ihre Leidenschaft fürs Malen und Zeichnen hätten ihre Eltern stark gefördert, sagt sie. „Mein Vater hat viel selbst gemacht und war sehr kreativ. Wir haben uns selbst Spiele ausgedacht und Ideen umgesetzt.“

Nach dem Abitur absolvierte Valeska Scholz das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) als Aushilfe in einer Behindertengruppe. Ihre soziale Ader ist nie versiegt. Seit zweieinhalb Jahren leitet sie die Kunst- und Kreativwerkstatt im Mädchenkulturhaus im Viertel. Beruflich wollte die Frohnatur jedoch stets einen künstlerischen Weg beschreiten. „Damals musste man noch eine Bewerbungsmappe abgeben“, erinnert sich Valeska Scholz an Arbeitsproben, die sie seinerzeit bei der Hochschule für Künste in Hannover und Bremen eingereicht hat. „Irgendwie war es in Bremen gerade so ein sonniger Augusttag, und das Gebäude war so ein gemütlicher Altbau, nicht so’n Designerschuppen.“ Das habe den Ausschlag für die Weserstadt gegeben, gibt sie unumwunden zu. Auch, dass sie manche Entscheidung impulsiv trifft.

Gute Gefühle sollen ihre Arbeiten transportieren, den Betrachter „in erster Linie zum Schmunzeln bringen“, beschreibt sie als Antrieb. So laden zum Beispiel im „Quatsch-Mach-Buch“ lustige Stadtmusikanten-Figuren auf 32 Seiten dazu ein, die Weserstadt mit Spaß zu entdecken, und regen zum Kritzeln und Kleckern an. Das im Herbst im Schünemann-Verlag erschienene und für Kinder konzipierte Buch gibt Anregungen, kreativ zu sein.

Der „Zeichenfix“ fordert die Grafik-Designerin selbst immer wieder heraus. Mit einer Illustratorin aus Hamburg hat Valeska Scholz in Anlehnung an den „Fotofix“-Automaten die Idee des interaktiven Zeichenateliers für Veranstaltungen entwickelt: Eine von beiden sitzt in dem kleinen Häuschen und zeichnet nach Geldeinwurf ein Fünf-Minuten-Porträt des Gegenübers in Postkartengröße. „Man kann wählen zwischen Tier, naturell, abstrakt, romantisch, Horror oder Zufallsporträt“, erklärt Scholz. „Die Ähnlichkeit ist nicht immer gegeben, das ist viel Improvisation, weil man zeichnet, was einem spontan einfällt.“ Daher bringt für sie jedes „Zeichenfix“-Engagement Spannung und Spaß mit sich.

Wer mehr über Valeska Scholz und ihre Arbeit erfahren möchte, wird im Internet auf www.valeskascholz.de fündig.

Weser Kurier Link  

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